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Montag, 26. September 2011

Agra und Varanasi

Anfangs leisteten wir uns in Indien noch Zugtickets in der teureren Klasse mit Klimaanlage. Nach einiger Zeit beschlossen wir aber unser Budget zu schonen und mit der billigsten Reservierungsklasse zu reisen. Der Unterschied ist offensichtlich:





Auf unserem Weg von Pushkar nach Varanasi, mussten wir uns einen Tag in Agra vertreiben. Das ging am einfachsten mit einem Besuch im Itimad-Ud-Daulah (auch bekannt als Baby Taj) und im Mehtab Bagh (ein riesiger Garten hinter dem Taj Mahal).





Mit dem Nachtzug gings zu unserem letzten Halt in Indien: Varanasi. Die Stadt in der alle Hindus sterben möchten, damit ihre Asche im heiligen Ganges verstreut wird.
Hier dreht sich einfach alles um den Fluss, Religion und den Tod:




Was in Varanasi nicht fehlen darf ist eine nächtliche Bootsfahrt inklusive religiöser Zeremonie.
Als wir auf dem Heimweg in die dunkelste Ecke ruderten und uns vor dem vorbeifahrenden Polizeiboot versteckten, wunderten wir uns ein bisschen. Der Bootsführer lächelte uns nur an und meinte „Ganges too high – Boat tour forbidden“.




In Varanasi schauten wir uns auch noch die Burning Ghats an. Der Ort, an dem die Leichen verbrannt werden. Nachdem wir uns durch einen schmalen Weg von unzähligen Tonnen Holz gezwängt hatten, wurden wir in einen mittelalterlichen Turm geführt, von dem wir eine Plattform erkennen konnten. Darauf befanden sich ca. zehn Stapeln mit Holz, auf denen in Tücher gehüllte Leichen verbrannt wurden. Dazwischen waren überall Kühe, Hunde, Ziegen und trauernde Angehörige. Ein Bild wie aus einem vergangenen Jahrhundert.
Dort Fotos zu machen ist strengstens verboten, deswegen muss euch das Bild, dass ihr jetzt gerade im Kopf habt reichen...


Auf Grund einiger „Meinungsverschiedenheiten“ mit den Guesthousebetreibern, mussten wir ein bisschen überstürzt das Hotel verlassen. Dafür konnten wir die nächsten vier Stunden am Bahnhof von Varanasi genießen und dabei zahlreiche Kakerlaken und Ratten beobachten.
Nach einer anstrengenden Zugfahrt freuten wir uns auf die Weiterreise im Jeep. Da wussten wir allerdings noch nicht, dass 14 Leute in dem Jeep und einer auf dem Dach mitfuhren.




Nach dreieinhalb Wochen in Indien konnte es Babsi (blond, roter Rucksack) dann gar nicht mehr schnell genug gehen, die Grenze nach Nepal zu erreichen.

Samstag, 17. September 2011

Jaipur und Pushkar

Zugfahrt Agra – Jaipur: Zuerst waren wir ein bisschen skeptisch. „Always be cautious – the enemy is in disguise“!
Das Kind mit dem Bombengürtel war aber zum Glück nicht in unserem Zug, das erklärt Babsis gute Laune.




Jaipur konnten wir wegen dem starken Regen und der massiven Überflutung der Stadt nur teilweise genießen. Ein Ausflug zum Water Palace (der stand schon davor unter Wasser) sowie ein leckeres Essen steigerte unsere Laune.




Am nächsten morgen waren wir im City Palace, in dem heute noch der Maharadscha von Jaipur wohnt. Das Wetter war leider nicht besser, trotzdem waren wir dann noch im Jantar Mantar, einem Observatorium aus dem Jahre 1728.


City Palace

Jantar Mantar

Jantar Mantar


Zwei Stunden von Jaipur entfernt, liegt Pushkar. In der „heiligen Stadt“ sind Fleisch, Alkohol und Eier verboten. Hier haben wir uns im schönsten Hotel der Stadt einquartiert: dem Seventh Heaven.






Wir kamen nach Pushkar um einen 6-tägigen Yogakurs bei Yogesh Yogi (kein Scherz, der heißt wirklich so) zu machen. Neben Yogameister und Großgrundbesitzer wurde er vor kurzem auch zum Eichhörnchenpapa. Als dieses eines Tages verschwand, erzählte er uns todtraurig „the boys were crying“. Dabei hat er doch nur EINEN Sohn...




Pushkar ist neben einer heiligen Stadt auch eine sehr gefährliche Stadt. Wir wurden von Wasserbüffeln und einer wilden Horde Hunde angegriffen. Auch mit den örtlichen Ziegen ist nicht zu spaßen. Beim Ausflug auf einen der umliegenden Berge, versuchte eines dieser Biester Martin von der Klippe des Tempels zu stürzen.






Natürlich haben wir auch einige der zahlreichen Tempel besucht und an diversen Prozessionen teilgenommen. Wir konnten uns allerdings nicht dazu durchringen diesen Stein anzubeten:






Was sonst noch passierte:

Martin konnte endlich für ein paar Stunden auf einer Sitar spielen.

Banksy war auch schon hier.

Lösungsvorschlag für die Wiener Linien.

Chillen am Sunset Place.















Montag, 5. September 2011

Muenchen - Delhi - Agra - Jaipur


Damit ihr euch einen Eindruck machen könnt, was wir 9 Monate durch die Welt tragen, haben wir Martins Rucksackinhalt fotografiert:



Mit unseren Rucksäcken (12 und 15 kg) ging es am 29. August von München los nach Delhi.



Wir hatten uns für Delhi auf das Schlimmste vorbereitet: Dreck, Hitze, Abgase, Armut und unsere  Erwartungen wurden übertroffen. Müde vom langen Flug und der Hitze schleppten wir uns zum Red Fort. Mehr ging wirklich nicht mehr!




Am nächsten Tag war unsere größte Herausforderung Zugtickets zu besorgen. Gar nicht so einfach wenn einem jeder „hilfsbereite“ Inder erzählen will, dass das staatliche Ticketbüro abgebrannt/geschlossen/verzogen ist und dich zu einem Kollegen schickt, der dir eine ganz „billige“ Rundreise durch Indien andrehen möchte.
Nach erfolgreichem Ticketkauf fuhren wir mit der Motorrikschafahrer (Betelnuss kauende Wahnsinnige auf drei Rädern) zum Essen.





Danach mussten wir uns noch Passfotos für eine indische SIM-Karte besorgen. Seither können wir zwar keine SMS nach Österreich schicken, bekommen aber stündlich Angebote für Lebensversicherungen, Horoskope und 100% ayurvedische Medikamente (falls jemand Interesse hat, einfach melden).



Von Delhi machten wir uns mit dem Zug auf nach Agra und entdeckten die schöne Stadt. Neben lokalen Attraktionen, wie dem Hauptplatz und den gepflegten öffentlichen Pissoirs, kamen wir auch noch an diesem Friedhof vorbei:




Das Taj Mahal ist das beeindruckendste Gebäude, dass wir je betreten haben. Neben dem weltbekannten Mausoleum, sind die dazugehörigen Bauwerke und Gärten einfach nur schön.



Nachdem unser Budget quasi unbegrenzt ist, schreckten wir nicht davor zurück Unsummen für ein Hotelzimmer mit Taj Mahal Blick auszugeben (RS 600 = EUR 9). Zum Glück hat die Kamera einen guten Zoom, da fallen die Gitterstäbe erst beim zweiten Blick auf...




Mittlerweile sind wir von Agra nach Jaipur gereist und es regnet und regnet und regnet... Morgen gehts weiter nach Pushkar und wir hoffen dort auf besseres Wetter!